Bau eines Zuchtschrank

Bau eines Zuchtschranks für Aquarien – Schritt für Schritt zur eigenen Zuchtanlage

Warum ich einen Zuchtschrank gebaut habe

Wer mehrere Aquarien zur Zucht von Skalaren oder anderen Zierfischen betreibt, kennt das Problem: Einzelne Aquarien benötigen viel Platz und wirken schnell unordentlich. Deshalb entstand die Idee, einen kompakten Zuchtschrank zu bauen, der mehrere Becken sicher aufnimmt, ordentlich aussieht und gleichzeitig alle technischen Komponenten sauber versteckt.

Nach einigen Planungen entstand schließlich diese Anlage, die sich inzwischen seit vielen Jahren im täglichen Einsatz bewährt hat. In diesem Bericht zeige ich den kompletten Aufbau und gebe zahlreiche Tipps, die ich heute beim Neubau direkt berücksichtigen würde.


Planung des Zuchtschranks

Bevor das erste Brett zugeschnitten wird, sollte die gesamte Anlage sorgfältig geplant werden.

Folgende Fragen haben dabei oberste Priorität:

  • Wie viele Aquarien sollen später betrieben werden?
  • Welche Beckengrößen kommen zum Einsatz?
  • Wie hoch darf jede Etage werden?
  • Wo verlaufen Stromkabel und Luftschläuche?
  • Wie erfolgt später die Wasserpflege?
  • Ist genügend Platz vorhanden, um jedes Aquarium problemlos herausnehmen zu können?

Gerade der letzte Punkt wird häufig unterschätzt. Ein paar Zentimeter mehr Platz erleichtern spätere Wartungsarbeiten enorm.


Das Holzregal als Grundgerüst

Als Basis entschied ich mich für ein stabiles Holzregal. Es bietet ausreichend Tragkraft für mehrere Aquarien und lässt sich später problemlos verkleiden.

Bereits beim Aufbau wurde darauf geachtet, dass jede Ebene das Gewicht der vollständig gefüllten Aquarien dauerhaft tragen kann. Wasser, Bodengrund und Einrichtung bringen schnell mehrere hundert Kilogramm auf die Waage.

Tipp: Lieber etwas stabiler planen als später nachbessern müssen.


Für die Verkleidung habe ich 4 mm dünnes Holz verwendet. Die gesamte Konstruktion wurde anschließend mit Imprägnierfarbe gestrichen. Diese schützt das Holz vor eindringendem Spritzwasser und verhindert so mögliche Schäden.


Einbau der Hamburger Mattenfilter (HMF)

Für jedes Aquarium wurde eine individuell angefertigte Trennscheibe vom Glaser eingesetzt.

Diese besitzt bereits die passende Bohrung für den Hamburger Mattenfilter und sorgt später für eine sehr zuverlässige biologische Filterung.

Die Scheiben kosteten damals rund 40 Euro und wurden mit Aquariensilikon dauerhaft eingeklebt.

Der Hamburger Mattenfilter bietet gerade für Zuchtanlagen viele Vorteile:

  • nahezu wartungsfrei
  • sehr leise
  • ausgezeichnete biologische Filterleistung
  • ideal für Jungfische
  • kostengünstig im Betrieb

Rück- und Seitenscheiben lackieren

Damit sich die Tiere sicherer fühlen und Kabel später kaum sichtbar sind, wurden die Aquarien außen mit blauem Acryllack lackiert.

Zunächst erhielt nur die Rückwand einen Anstrich. Später wurden auch die Seitenscheiben lackiert, wodurch die gesamte Anlage deutlich ruhiger und hochwertiger wirkt.


Aquarien einsetzen

Nachdem das Silikon vollständig ausgehärtet war, konnten die Aquarien vorsichtig in das Regal eingesetzt werden.

Dabei sollte auf beiden Seiten ausreichend Platz für

  • Stromkabel
  • Luftschläuche
  • Beleuchtung
  • Wartungsarbeiten

eingeplant werden.

Der Abstand darf jedoch nicht unnötig groß werden, damit die Stabilität des Regals erhalten bleibt.


Einlaufphase

Bevor die ersten Fische einziehen konnten, liefen sämtliche Aquarien etwa drei Wochen ein.

Diese Zeit ist wichtig, damit sich die notwendigen Filterbakterien entwickeln und die Wasserwerte stabil werden.

Erst danach wurden die ersten Zuchtpaare eingesetzt.


Abdeckungen aus Plexiglas

Als Abdeckung kamen zugeschnittene Plexiglasplatten zum Einsatz.

Sie verhindern zuverlässig das Herausspringen der Fische, reduzieren die Verdunstung und lassen gleichzeitig genügend Licht ins Aquarium.


Verkleidung des Zuchtschranks

Damit die Anlage nicht wie ein Werkstattregal wirkt, erhielt der komplette Schrank eine Holzverkleidung.

Anschließend wurde das Holz mit einer feuchtigkeitsbeständigen Imprägnierfarbe gestrichen.

Zum Schluss entstanden noch Klappen mit Scharnieren, sodass jedes Aquarium jederzeit problemlos erreichbar bleibt.

Hier lohnt es sich, genügend Abstand zwischen Scharnieren und Holzrahmen einzuplanen, damit sich die Türen vollständig öffnen lassen.


Materialkosten

Die Materialkosten lagen ungefähr bei:

MaterialKosten
Aquarienca. 200 €
Glaserarbeitenca. 40 €
Plexiglasca. 20 €
Holzca. 60 €
Farben und Lackca. 50 €
Schrauben und Winkelca. 20 €
Silikon und Filtermaterialca. 50 €
Beleuchtungca. 60 €

Gesamtkosten: rund 500 Euro

Die reine Bauzeit betrug etwa 20 Stunden.


Mein Fazit nach vielen Jahren

Ich würde den Zuchtschrank jederzeit wieder bauen. Die Anlage spart Platz, erleichtert die Pflege und sorgt für eine übersichtliche und professionelle Unterbringung der Zuchtbecken.

Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich eine solche Anlage deutlich günstiger bauen als vergleichbare Fertiglösungen. Gleichzeitig kann sie exakt an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Wenn ihr Fragen zum Bau habt oder eure eigene Zuchtanlage vorstellen möchtet, schreibt gerne einen Kommentar.